HYSTOU FMP03 als Heimserver

Heute hab ich für euch einen kleinen Erfahrungsbericht vorbereitet zum Mini-PC HYSTOU FMP03. Als Fotograf war ich oft auf der Suche nach einer günstigen Möglichkeit, meine Fotos und Videos auf diversen Cloudhostern unter zu bringen, um diese z.b. bei Präsentationen schnell zur Hand zu haben ohne ständig Festplatten mit schleppen zu müssen. Viele Cloudhoster sind leider, was Sicherheit und Datenschutz anbelangt, noch weit hinterm Mond aktiv und denken eher an sich und wie sie ihr Geld schnell vermehren können, als an die zahlende Kundschaft.

Seit geraumer Zeit stehen ja nun auch in Deutschland, vernünftige Bandbreiten mit 100Mbit Download und 10mbit Upload zur Verfügung, sodass es sich lohnt, einen eigenen, stromsparenden Heimserver zu betreiben. So war ich auf der Suche, nach einen geeigneten System ohne meine Geldbörse zu sprengen – ja es gibt fertige Barebone-Systeme bei denen aber oft das Preis-/Leistungsverhältnis überhaupt nicht stimmt. Da werden Teile zu einem Wucherpreis verkauft die aufgrund der Eigenschaft oder Ausstattung den Preis nicht gerecht werden.

So hilft nur ein Blick zu unseren Freunden aus dem Osten – dort hab ich schon häufiger günstige Systeme gesehen die tatsächlich auch was taugen. Bei meinen Recherchen bin ich auf den HYSTOU FMP03 gestoßen. Das Unternehmen bietet einige interessante Mini-PCs – fertig als Bundle mit Mainboard mit Prozessor, Festplatte und RAM oder eben auch nur mit Mainboard und Prozessor. Meine Wahl, fiel auf letzteres, da ich RAM und Festplatte noch einzeln hab und ich gerne auch so was selbst zusammenstellen möchte.

Den HYSTOU gibt es mit unterschiedlichen Prozessorausstattung, Intel Core i5-4200U (26Ghz), Intel Core-i3-5005U (2,0Ghz), Intel Core-i3-4010U (1,7Ghz) sowie einige Celeron Varianten. Für meine Bedürfnisse langt der Intel Core-i3-5005U der auch relativ energieeffizient und trotzdem genug Leistung bietet um z.B. ältere PC Spiele auszuführen (was ja nicht meine Absicht ist).

Meine Hardewarezusammenstellung:

CPU: Intel Core-i3-5005U (2,0Ghz)
RAM: 8GB DDR3L-1600 SODIMM von Crucial
HDD: SSDH 500GB von Seagate (ausgebaut aus einem ACER-Notebook)
Anschlüsse: 1x SATA, 1x mSata, 4x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1x Gigabit LAN, VGA, HDMI, WLAN, Mic-3.5mm Klinke, Audio-3.5mm Klinke, Stromeinspeisung DC-12V

RAM und HDD habe ich optional eingebaut – zusätzlich ginge noch eine mSATA SSD um z.B. das Betriebssystem auszulagern. Durch die passive Kühlung des Prozessors über das Metallgehäuse, ist der Rechner extrem leise.

Verarbeitung:

Schon beim auspacken, merkt man, das HYSTOU sich zahlreiche Gedanken gemacht hat, wie das System kosteneffizient aber trotzdem einen hohen Qualitätsanspruch erfüllt. Der komplette Mini-PC ist aus Aluminium – klar für eine passive Kühlung ist das auch nötig. Alles ist solide und sauber verarbeitet – einzig die Kanten sind etwas scharf aber wenn man das weiß, ist das auch zu vernachlässigen. Was mich sehr beeindruckt: HYSTOU spart nicht an Anschlüsse. So eine große Anschlussvielfalt hab ich schon lange nicht mehr gesehen.

Einrichtung:

Der Einbau der optionalen Hardware, geht sehr fix – Rückseite aufgeschraubt, RAM in die vorgesehenen Slots gesteckt, Festplatte mit beigelegten Kabel an Mainboard verbinden und das war es auch schon. Das ganze sieht auch extrem aufgeräumt aus und bietet viel Platz um eine gute Luftzirkulation zu ermöglichen. Bis zu 16 GB RAM verträgt der HYSTOU – vollkommen ausreichend für ein kleinen Heimserver.

Die Qual der Wahl, Windows oder Linux?

Generell kommt der Mini-PC mit zahlreichen Betriebssystemen klar: Windows 7 – 10 oder eben auch verschiedene Linux-Betriebssysteme. Wer den Rechner als kleine Heimkonsole mit Steam und am TV nutzen möchte, sollte definitiv auf Windows 10 setzen. Die verwendete Grafikeinheit HD Graphics 5500 ist auch recht Leistungsstark, sodass eine Vielzahl Spiele Problemlos auf niedriger bis mittlerer Auflösung funktionieren. Wichtig ist zu bedenken, das der Prozessor passiv gekühlt ist, und sich bei extremer Wärme herunter taktet. Die Installation von Windows geht schnell, HYSTOU bietet die benötigten Treiber auf CD, ok ein System ohne Laufwerk ist etwas blöd wenn da die Treiber nur auf der CD vorliegen aber auch online sind alle Treiber erhältlich.

Für meine Zwecke, stand Windows gar nicht zur Frage, mir war klar, es muss ein Linux installiert werden. Bei meinen Testläufen, lies sich leider aber nur Ubuntu tatsächlich vom Stick starten um es zu installieren. Debian verweigerte den Start der Installationsroutine, wobei ich eher denke, das es aufgrund von Zeitdruck schief ging. Für Einsteiger ist Ubuntu sowieso eine gute Wahl, es ist sehr benutzerfreundlich und aufgeräumt.

Um die Cloudsoftware owncloud oder nextcloud zu installieren, werden einige Zusatzprogramme (php, Apache, MySQL uvm) benötigt, die sich über das Terminal nach installieren lassen. Genaue Anleitungen dazu, finden sich im Netz.

Diverse Routerhersteller, bieten euch die Möglichkeit, eure Cloud über eine feste URL erreichbar zu machen und dies im Backend des Routers zu konfigurieren. Dazu benötigt ihr einen Account bei einen dynamischen DNS-Anbieter wie z.B. dyndns oder selfhost.de. Einige Routerhersteller, unter anderem ASUS, bieten euch auch eine kostenlose URL an die dann im Router nach jedem IP Wechsel automatisch aktualisiert wird. Das hat den großen Vorteil, das euer Server immer unter gleicher Adresse erreichbar ist, egal ob euch euer Anbieter eine neue IP zugewiesen hat.

Kosten:

Die Geräte von HYSTOU sind schon ab knapp 150€ zu bekommen. Wer keine Lust auf ein bisschen Schrauberei hat, bekommt auch Fertiglösungen für 200€ mit ausreichender Leistung um einen Heimserver oder Spielekonsole zu betreiben. Wer noch Hardware rumfliegen hat und diese gerne wieder verwenden möchte, sollte zur Konfiguration ohne RAM und HDD greifen. Das bietet die Möglichkeit, sehr flexibel zu sein und paar Euro zu sparen. Die Preise liegen für die Intel i3 Version bei knapp 200-230€, deutlich günstiger als vergleichbare Barebone-Systeme.

Mein Fazit:

Die Investition in den HYSTOU FMP03 hat sich gelohnt! Ein günstiger Heim-PC der als Spielekonsole oder Heim-Server taugt und ausreichend Leistung bietet. Alle Hardwarekomponenten lassen sich Kindereinfach verbauen über die abnehmbare Rückseite. Die Anschlussvielfalt ist gigantisch – ein absolutes „must have“ für Techgegs.


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